Solidarität und Bildung

Freitag, den 12.11.2010

Unser letzter Tag – Casablanca

Und wieder fahren Lastenträger unser Gepäck zum Bus. Wir verlassen Marrakesch ein wenig wehmütig. Es gibt noch so Vieles zu sehen.

Die Strecke nach Casablanca kennen wir bereits. Wir sehen hin und wieder kleine, ärmliche Ansiedlungen, geduckte Bauernhäuser. Die Landschaft ist karg, vereinzelt sind Menschen auf den Feldern, gebückt, mit der Hacke, manchmal ein Maultier mit einem Hakenpflug. Bei dieser Fahrt aber ist trotzdem etwas anders: Es gibt sehr viele Transporter, Pick-ups und andere Kleinlaster, die auf engstem Raum die maximal mögliche Zahl von Hammeln aller Größe transportieren. Die Erklärung ist einfach: Das Opferfest steht bevor. Diese Hammel werden in der kommenden Woche genau am Tag des Opferfestes ihr Leben lassen, etwa 5 Millionen Hammel an einem Tag in Marokko! (Je Familie ein Hammel!) Ait Bihi wedelt auf gut maghrebinisch mit der offenen Hand: “Stellen Sie sich das vor: 5 Millionen Hammelköpfe vergammeln danach in Marokko ………!” Wir wollen uns das lieber nicht vorstellen!

Küstenstraße in Casablanca

Dann, im Einzugsgebiet von Casablanca, Neubaugebiete. Hier wohnen Angestellte, Lehrer, Polizisten. Wir durchfahren riesige Gewerbeparks. Großflächige Werbetafeln preisen Wohlstand und Modernität. Der Verkehr wird dichter. Die Autos fahren zügig ohne erkennbare Regeln. Unser Fahrer, Ait Bihi, chauffiert uns sicher durch das Gewirr zum Villenviertel und ans Meer. Schicke weiße Villen machen dem Namen dieser Stadt alle Ehre.

Moderne Architektur in Casablanca - eine Grundschule

Nach langer Suche durch belebte Straßen, vorbei an großen Schulen, an modernen Hochhäusern mit spiegelnden Fassaden, finden wir endlich das Viertel, in dem die Association Solidarité Féminine ihr Restaurant und ihre Kinderkrippe hat. Ein zweistöckiges, bürgerliches Haus in einem ruhigen, wohlhabenden Viertel. Es könnte in Wiesbaden oder im Frankfurter Westend liegen. Das Restaurant ist in seiner Ausstattung einfach und hat den Charakter einer Kantine. Wir finden einen Platz in einem kleinen Nebenraum. Es riecht nach Eintopf, und wir bekommen Couscous serviert. Dazu trinken wir Wasser und Cola aus Dosen.

Couscous bei der Assiciacion Solidaritée Féminine


Vorsichtig beobachten uns die jungen Frauen aus der Distanz. Kontakt bekommen wir leider nicht. Sie haben zu tun, es ist laut und geschäftig, und wir fühlen uns fremd.
Soubia empfängt uns und erklärt uns das Konzept des Vereins zur Unterstützung von ledigen Müttern.

Zur Zeit erhalten 40 junge Frauen zwischen 16 und 30 Jahren Schutz und Hilfe während der Schwangerschaft und in den ersten drei Jahren danach. Sie leben in einer betreuten Wohngemeinschaft zusammen mit ihren Kindern und werden unterstützt, damit sie eine positive Beziehung zu sich selbst und zu ihren Kindern entwickeln und aufbauen können. Im Verein haben sie die Möglichkeit, eine Ausbildung in ausgewählten Berufen zu absolvieren. Nach drei Jahren endet ihr Aufenthalt im Verein. Bis dahin sollen die Frauen selbstständig sein und in der Lage sein eine eigene Existenz aufzubauen, damit sie für sich und ihr Kind sorgen können.

Frau Thies übergibt eine Spende des Ethik-Kurses an dern Leiter der Einrichtung

Wir sehen die Kindergartenkinder und die Babys in der Krippe und können einen Blick in den Hamam und das Fitnessstudio werfen.

Die ersten Schritte für die Kleinen in der Association Solidaritée Féminine

Beides ist nur für Frauen, und unsere beiden Männer müssen draußen warten.

Übergabe der Geschenke für die kleinen Bewohner

Nach einer angefüllten Woche spüren wir unsere Müdigkeit. Das Mittagsessen war typisch marokkanisch, aber wir alle haben kaum Hunger bei dieser Reise und nehmen das Couscous fast als alltäglich. Laura überreicht unsere Gastgeschenke an eine Betreuerin der jungen Mütter und Frau Thies übergibt die Spende eines Ethik-Kurses für den Verein an den Geschäftsführer. Ein Tee wäre jetzt schön, aber dafür ist keine Zeit. Wir wollen weiter.

Moha holt uns ab zu unserem nächsten Treffen im Centre Culturel. Und vorher will er uns den Olivenmarkt zeigen. Ein großes, verschlossenes Tor zeigt uns jedoch, dass wir zu spät kommen. Die Geschäfte sind für heute getätigt.

Das Tor zum Olivenmarkt ist verschlossen - Siham ist traurig!

Eine anstrengende Fahrt durch Casablanca folgt. Die Rush Hour ist nichts für Empfindliche, denn die Abgase der Autos liegen über der Stadt wie eine stinkende Glocke und man sehnt sich nach einer soliden Abgasverordnung.

Im Bildungs- und Kulturzentrum (Cooperative) werden wir freundlich empfangen. Der Leiter führt uns zusammen mit Moha durch die modern ausgestatteten Räume. Das Zentrum besteht seit dem Frühjahr und ist einmalig für Casablanca. Es steht allen benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen des Viertels offen. Das Angebot umfasst Sprach- wie auch Computerkurse,  Alphabetisierungskurse, Treffen für Frauen und Schulabschlusskurse.

Wir treffen uns mit Jugendlichen und Mitarbeitern in der Aula und sehen einen Film über ein Projekt mit Straßenkindern. Wir haben eine Menge Fragen, welche uns die Streetworker aus diesem Projekt  beantworten. Sie staunen nicht schlecht, als sie hören, dass es auch im reichen Deutschland Straßenkinder gibt. Ein Lautenspieler gibt uns eine Kostprobe klassischer, typisch marokkanischer Lautenmusik.

Es war wirklich ein tolles Buffet zum Abschluss der Reise bei der Cooperative!


Moha lädt uns alle ein und wir sitzen mit den Jugendlichen und mit Streetworkern und Lehrerinnen der Einrichtung bei einem opulenten marokkanischen Essen noch eine Weile zusammen, bevor wir zum Flughafen fahren und den Heimflug antreten, erschöpft und angefüllt mit tausenden von Eindrücken, unzähligen Erlebnissen nach dieser beeindruckenden Reise durch ein sehr schönes Land voller Extreme und Gegensätze.

Veröffentlicht unter Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Marrakech – touristisch!

Wir begrüßen erst unseren Fahrer Ait Bihi und dann unseren Führer für Marrakech: Mohamed. Auch in Marrakech war unsere Entscheidung für einen professionellen Führer eine Frage der Effizienz.
Man kann eine Stadt nicht nur nach ihrer Historie, ihren Herrschern, berühmten Menschen, Familien – historisch oder heute – erfassen. Damit wird man ihr nicht gerecht. Auch die Sehenswürdigkeiten machen ihren Charme und ihre Geschichte aus und sind Teil des Erbes, was ihre Bewohner mitbringen. So ging es denn unter der Führung von Mohamed auf die flotte, weitgehend per pedes zu erkundende Altstadt von Marrakech. Die eigentliche Medina mit ihren Gängen und Geschäfte ist deutlich großzügiger gestaltet, als die von Fès. Ein Verlaufen für den Ortsunkundigen ist dennoch leicht möglich, aber: Mohamed ließ uns ja glücklicherweise nicht in Stich. Wir besichtigten  den großen Bahia-Palast des Sultans, in dem man sich nach ausführlichen Erzählungen von Mohamed gut vorstellen konnte, dass das Leben der Frauen in einem solchen Palast alles andere als Zuckerschlecken gewesen sein muss – es sei denn frau war die Hauptfrau. Auch den Musikern im inneren Bereich des Palastes (nicht nur im Harem sondern überall, wo der Sultan mit seinen Frauen sich aufzuhalten pflegte) ging es nicht besonders gut: Sie mussten alle blind sein, sonst durften sie im Palast nicht aufspielen. Trotzdem war es ein beeindruckender Gebäudekomplex mit allen Annehmlichkeiten der damaligen Zeit ausgestattet.
Die größte Moschee (Koutoubia-Moschee) gehört zu den ganz großen Moscheen.Sie ist ca. 800 Jahre alt, fasst ca. 12.000 Menschen zum Gebet, hat wie alle arabischen Moscheen, die nicht unter dem Einfluss des Vorderen Orientes standen, ein eckiges Minarett, 70 m hoch, mit Fahne und Lampe nach Mekka. In seinem Inneren befindet sich eine Spirale, auf der der Muezzin auf einem Esel reitend sich auf die Spitze begab, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen.
Eine Prachtstrasse (Av. Mohammed V., 18 km lang und sehr breit und großzügig angelegt) führt direkt hinaus in die Gärten der Menara. Dies ist ein großer Park mit über 100000 Dattelpalmen und Olivenbäumen. In seinem Zentrum befindet sich ein Wasserbecken von 4 ha Größe. Sein Wasser kommt aus dem etwas 80 km entfernten Atlas und dient hauptsächlich der Bewässerung. In früheren Zeiten, so erzählt man sich, mussten die Soldaten des Sultan in diesem Becken schwimmen lernen.

Marrakech selbst war schon immer Königsstadt, wenn auch unter unterschiedlichen Herrschern und Völkern. Sie liegt an der Straße nach Timbuktu und war die letzte Station der Karawanen vor der Sahara-Durchquerung nach Timbuktu. Daher hatte sie praktisch schon seit Alters her den Reichtum gepachtet. So ist es auch verständlich, das eine ca. 10 km lange Stadtmauer die eigentliche Stadt einschloss, heute mit vielen offenen Toren versehen. Auch heute noch (oder schon wieder?) ist Marrakech ein Stadt für die Reichen und Schönen dieser Welt.

Gedanken machten wir uns schon seit Meknes und Fès über die eigenartigen Löcher in den Mauern dieser Städte. Die Erklärung: In diese Mauerlöcher kann man die Gerüste stellen, wenn die Mauern renoviert werden müssen, aber eigentlich sind diese sehr haltbar. Sie bestehen aus Lehm, Gips, Mörtel, Talkum und anderen Materialien. Wenn Sie nass werden, dehnt sich das Baumaterial relativ stark aus (stärker als Zement/Beton), umgekehrt beim Trocknen. Die Löcher fangen diese Veränderung auf und verhindern eine Rissbildung in der Mauer. Außerdem nisten in diesen Löchern vor allem die Schwalben, die den Bewohnern hinter der Mauer in der Altstadt das Ungeziefer vom Leib halten.

Auf dem „Platz der Geköpften“ (Djamaa el-Fna) – früher der Hinrichtungsplatz – wird es erst abends so richtig munter. Ein kleiner Einkaufsbummel zwischen den Gauklern, Geschichtenerzählern und Schlangenbeschwörern ist unvermeidlich. Kaum einer (oder eine), die sich nicht bei Tage besehen über das vermeintlich erstandenen „Schnäppchen“ geärgert hat. Das gehört wohl dazu (Inchaâ Allah – so sagt man in Marokko).

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Reiseimpressionen

„Ich würde sagen,
dass Marokko einer Zimmerflucht gleicht, deren Türen sich öffnen,
wenn man durch sie hindurchgeht … .
Jede Tür eröffnet einen anderen Ausblick auf
einen Raum, ein Gesicht, eine Stimme, ein Geheimnis.“
Tahar Ben Jelloun, 1944 in Fès geboren,
Schriftsteller; aus seinem Buch: Wege in den Maghreb

Wir haben die Türen geöffnet, sind in andere Räume geschritten, haben in andere Gesichter geblickt, andere Stimmen gehört und Geheimnisse entdeckt. Wir haben das vertraute und gewohnte Zimmer verlassen um neues, faszinierendes und abenteuerliches zu erobern – jeder auf seine Weise.

Schon am ersten Tag mussten wir die Grenzen unserer Belastbarkeit entdecken. Gelandet in der falschen Stadt, Ungewissheit und gleich gefordert neue Entscheidungen zu treffen. Unter diesen Umständen für uns alle neu und abenteuerlich.
Wir bewegten uns in Räumen wie Casa, Rabat, Meknès, Fès und Marrakesch oder den Souks, dem Viertel der Gerber, der Handwerker oder Schneider. Überall begegneten uns neue, interessante Gesichter und andere Stimmen. Meist flüchtige Begegnungen und doch ebenso beeindruckend wie unser Treffen mit Gleichaltrigen in Marrakesch. Hier konnten wir im Gespräch Neues entdecken und Geheimnisse lüften.
Ein Geheimnis sollte ich an dieser Stelle dann auch preisgeben. In Fès, als wir die Wunschkerzen anzündeten, haben mich Schüler und Schülerinnen gefragt, was ich mir wünsche. Jetzt kann ich es sagen: Möge die Reise gelingen, wir alle gesund nach Hause kommen, jeder Freude haben und mein Traum in Erfüllung gehen. Dies waren meine Wünsche, für die ich bei Moulay Idriss um Unterstützung gebeten habe.
Heute erinnere ich mich gerne an die Situationen, in denen alle Spaß hatten, neue Freundschaften entstanden und wir alle wie eine Familie agierten – auch in schwierigen Situationen.
Ich bin sehr froh, dass die Schüler und Schülerinnen unser Heimatland in positiver Erinnerung behalten und sich damit mein Traum: ″Entdecke unser Heimatland – Entdecke neue Kulturen″ erfüllt hat.
Quels bons sentiments!
Samira Thies

Das Meer in Mohamadia (nahe Casablanca)

Gemeinsames Abendessen in Marrakech

Die älteste islamische Universität in Fès, Karaouine Moschee

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Begegnung mit Deutschschülern des Gymnasiums Mohamed V. in Marrakech

Aufregend! Die Begegnungen mit jungen Menschen in Marokko waren einer der Gründe, weshalb wir diese Reise unternommen hatten. Es gab ein paar Dinge, die wir gleich beobachten konnten:

Bei dem Besuch des Gymnasiums Mohamed V. in Marrakech fiel uns auf, dass viele Schülerinnen und Schüler sehr europäisch gekleidet sind. Nicht alle Mädchen tragen ein Kopftuch , manche haben sogar die Haare gefärbt.

Die Jungen und Mädchen, alle kurz vor dem Abitur, hatten sich auf unseren Besuch sehr gut vorbereitet, sie hatten sich Fragen aufgeschrieben und ihr Deutsch war sehr verständlich. Zunächst war das Gespräch noch  etwas holprig, Fragen und Antworten zu Schulsystem und Freizeit kamen zögerlich, aber nach einiger Zeit löste sich das Treffen in kleinere Gruppen auf. Die Frage, was die Mädchen nach der Schule machen, ob Beruf oder Familie, sorgte für Diskussionsstoff und regte einen lebhaften Meinungsaustausch an. Verblüfft konnten wir feststellen, dass viele ihrer Interessen ähnlich waren wie unsere. Die traditionelle Gastfreundschaft mit marokkanischem Minztee und leckerem Gebäck sorgte zusätzlich für eine ungezwungene Atmosphäre. Wir konnten erfahren, wie herzlich und offen unsere Gastgeberinnen und Gastgeber waren. Viel zu früh musste sich das Treffen auflösen.

Hier einige Einschätzungen der Schülerinnen aus Kelsterbach über den Kontakt und den Verlauf des Nachmittags:

Die sind so lieb, ich will hier nicht mehr weg.
Laura und Charleen

Ich hätte nicht gedacht, dass die Schüler in der Schule Mohamed V. so sympathisch sind. Sie waren sehr herzlich und gastfreundlich, und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen.
Xenia

Der Besuch der Schule hat mir sehr gut gefallen. Alle Schüler waren sehr nett und wir hatte sehr viel Spaß. Ich habe sie alle ins Herz geschlossen.
Siham

Wir fanden die Klasse sehr sympathisch. Schnell waren wir wie eine Klasse, die sich seit Jahren kannten. Sie haben uns sofort als Freunde angenommen. so gab es sogar ein paar kleine Tränchen beim Abschied.
Ilham, Betül

Der Besuch verging wie im Fluge: Nach 2,5 Stunden waren wir gezwungen, uns zu verabschieden (und das ist jetzt kein Schmus!!!).

Einige Mail- und facebook-Adressen wurden ausgetauscht und man versprach, in Kontakt zu bleiben. Freundlich, herzlich und nach vielen Umarmungen machten wir uns auf den Weg zum Bus, begleitet noch von ein paar Schülern, die jetzt Schulschluss hatten und den gleichen Weg gingen wie wir.

Wer gehört jetzt wo hin??

Heiße Diskussionen - Familie oder Beruf oder beides?

Keine Probleme beim gegenseitigen Verstehen!

Schon bei den Erinnerungsphotos!

Im Gymnasium Mohemed V. - erste Annäherung

Im Gymnasium Mohemed V. - erste Annäherung

Na? - Verständnisprobleme?

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Marrakech und die Kamele (zum Reiten!)

Ein langer Tag – eine lange Anreise.

Die äußeren Bedingungen, der Zeit- und der Wetterfaktor, ließen es leider nicht zu, dass wir auf dem Weg von Fès nach Marrakech die geplante, landschaftlich reizvolle Route über die Landstraße durch durch das Draa-Tal und die Berge zwischen Atlas und Rif nehmen konnten. In der Nacht hatte es heftig geregnet und gestürmt und der Morgen versprach nicht unbedingt Besserung, so dass wir nach einigem Hin und Her der Vorsicht Raum ließen und den zwar längeren, aber dennoch schnelleren Weg über die Autobahn nahmen. Manchmal hat etwas Negatives auch etwas Positives: So kamen wir so rechtzeitig in Marrakech an, dass wir in „Palmaire“, dem Viertel der „Reichen und Schönen“ in Marrakech, noch einen kleinen Ritt auf einem Kamel machen konnten. Frau Thies handelte einen guten Preis aus, und es ging los! Alle, alle wollten mit, sogar Herr Sawinski bestieg das letzte Kamel in der Reihe. Praktisch, dass diese Kamelhalter auch genau 12 Kamele mit 12 Sätteln dabei hatten und dazu zwei „Babys“, die unentwegt in ihrem Übermut die erwachsenen Kamele  durcheinander brachten und einem der Kamelhalter einige Mühe verursachten, um die Reihe der berittenen Kamele unter Kontrolle zu halten.

Aber bitte nur ein gut genährtes Kamel!!! (Zitat von Laura)

Es war zwar leider nur ein kurzes Vergnügen, aber sehr schön. Die Kamele waren tatsächlich gut genährt, und wir hatten viel Spaß bei dem kleinen Ausritt

Die Karawane (?) hält - leider schon wieder vorbei!

Auf die Kamele! (Aufsteigen ... aber nur nicht runter fallen!)

Geht es jetzt los....?

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Info-Loch?

Redaktioneller Hinweis: Natürlich gibt es kein Loch in den Informationen aus Marokko, aber aus technischen Gründen konnten wir keine weiteren Seiten mehr hoch laden. Jetzt geht es weiter und wir versprechen: Über alles wird berichtet!

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Chaos in Fès

Gegen 9 Uhr holte uns unser Busfahrer Ait Bihi ab und unser Reiseführer stand auch schon parat. Er erklärte uns, dass Marokko (Al-Marghred) Sonnenuntergang heißt.

In der Königsstadt Fès leben ca. 950.000 Menschen. Die Stadt wurde 807 gegründet. Der Name Fès hat zwei Bedeutungen: 1. die goldene Axt, aber 2. auch Doktorhut, denn hier entstand die erste Universität der Welt, in der zu dieser Zeit Islamische Religion, Mathematik und Astronomie gelehrt wurden. Anfangs führte uns die Reise zum Platz der Meridien hoch über der Stadt. Dort war es sehr windig, außerdem hatten wir eine atemberaubende Aussicht und Sicht auf die große Altstadt von Fès. Bei diesem Anblick ist uns besonders aufgefallen, dass die Häuser alle sehr einheitlich waren.

Auffällig auch die unzähligen Satellitenschüsseln. Man sagt, jede Familie in Fes hat mindestens zwei Satellitenschüsseln,  eine zum Fernsehen und die zweite zum Cous-Cous kochen!

Danach hat uns unser Führer zu einer Fachschule für Mosaik und Keramik geführt. Dort konnten wir den Arbeitern über die Schulter schauen, wie sie Schüsseln, Teekannen, anderes Keramik-Geschirr und Mosaike herstellten. Die Schüler der Schule formten wunderschöne Mosaike für Möbel, Brunnen, Fassaden und Wände. Das faszinierte uns alle sehr. Zum Schluss bekamen wir sogar noch ein Keramikherz und Youssef und Herr Sawinski bekamen einen Keramikstern geschenkt. In der Fachschule durften wir nach der Führung das selbst gemachte Geschirr im eigenen Shop betrachten oder sogar kaufen.

Anschließend fuhren wir in die chaotische, aber doch schöne Altstadt. Wir blickten dort von einer  Terrasse auf das weltberühmte Gerberviertel, in dem die Gerber barfuß in unzähligen Bottichen das Leder gerbten und färbten und anschließend zum Trocknen aufhängten. Der Duft war sehr streng, und zum Schutz erhielten wir alle einen Zweig Minze. Anschließend besuchten wir eine Lederfabrik, in der uns sämtliche Ledertaschen oder sonstige Lederartikel angedreht werden sollten. Doch trotz all unserer Bemühungen und fast schon perfekten Handelns kamen wir nicht auf den gewünschten Preis und damit nicht zum Geschäft.

Die Moschee des heiligen Moulay Idriss durften nur Muslime betreten, und die anderen warteten draußen. Zum Trost zündete Frau Thies für jeden von uns eine Wunschkerze an, aber es war gar nicht so einfach, sich auf die Schnelle etwas zu wünschen. Auf dem Markt besuchten wir auch die älteste Apotheke für arabische Heilkunst, in der es neben den Medikamenten noch viele Gewürze und Kosmetikartikel zu kaufen gab. Schließlich gingen wir in ein Restaurant mitten im Souk, in dem uns eine Getränk und ein Menü angeboten wurde. Frau Thies nannte Youssi Tussi (Youssef) Moulay Ismail, da er zwischen vielen hübschen und sympathischen Mädchen saß und sich sehr wohl fühlte! Er hat sich nicht ernsthaft dagegen gewehrt. Unsere letzten Ziele waren die Koranschule, die älteste Universität (Moschee Karaouiyne) und das Tor Bab Boujeloud.

Der Besuch der Altstadt barg viele Herausforderungen. Die Gassen sind sehr eng und verwinkelt, außer den Kunden sind Lastenträger, Mulis, Esel und sogar Mopeds unterwegs. Es ist eng und oft strömen alle Gerüche des Orients gleichzeitig auf einen ein. Für uns alle war es nicht einfach, da wir uns in dem verwinkelten Labyrinth der Gassen nicht frei bewegen konnten, weil wir uns ohne unseren Führer – wie ehemals die Angreifer – völlig verloren hätten. Das Schockierendste aber war der Kamelkopf mit seinem enthäuteten Hals daneben, der für uns völlig unerwartet an einem Metzgerstand auf uns herab blickte. 

Youssef, Alena und Miriam

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Regen in Afrika

Nasse Scheiben im Hotelzimmer am Morgen – Regen in Afrika? Wir guckten schon etwas enttäuscht. Zunächst begannen wir den Tag mit einem leckeren Frühstück und wurden später pünktlich um halb 10 von unserem netten Busfahrer nach Volubilis gefahren. Nach einer langen, schlafenden Busfahrt kamen wir im kleinen „Rom“ an. Uns hat die ausgegrabene Stadt sehr gut gefallen und wir haben viele schöne Fotos geschossen. Das römische Reich wurde 1915 von französischen Archäologen ausgegraben. Die Stadt liegt zwischen Fés und Rabat, ca. 3 Kilometer nordwestlich von Moulay Idris. 1997 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Unsere Reise ging gegen Mittag in die Königsstadt Meknes, die ca. 950.000 Einwohner hat. In dieser Stadt werden vor allem Teppiche, Wollstoffe und Zement hergestellt. Die Märkte (Souks) von Meknes gehören zu den schönsten und ursprünglichsten Märkten des Landes. Prachtvoll ist auch das Grab von Moulay Ismail (zweiter alewetischer Sultan) das von Mohamed V restauriert wurde. Auf dem Place el Hedim erwartete uns dann ein großer Markt. Unser erstes Ziel war das verdiente Mittagessen, das nicht so leicht auszusuchen war, wegen der großen Zahl verlockender Angebote und der Versprechen, die uns die uns entgegenlaufenden Restaurantbesitzer machten. Anschließend blieb uns noch eine Stunde zum Bummeln übrig. Dank des guten Handels wurden manche fündig. Auf der Rückfahrt fuhren wir an dem Palast von Moulay Ismail, der mehr als 500 Frauen in seinem Harem hatte und angeblich Vater von 1.000 Söhnen war.

Die Krönung des Tages:
Youssef fuhr ca. 10 Minuten mit einem gefüllten Einkaufswagen durch den Supermarkt.
Miriam: Ach Youssef, was sind das denn für Schwämme in unserem Wagen?
Youssef: Die braucht man, um die Töpfe und Pfannen zu säubern!
Miriam: Wir haben doch gar keine Töpfe und Pfannen!? Wir sind in einem Hotel!
5 Minuten später, merkte Youssef, dass er den falschen Wagen vor sich hingeschoben hatte!

Auch auf der Rückfahrt hatten wir noch viel Spass im Bus bei marokkanischer Musik.

Youssef, Elisabeth & Alena.

P.S: An alle, die nicht mitfahren konnten, liebe Grüße und viel Erfolg bei den laufenden Tests (Wir müssen sie sowieso noch nachschreiben!).
Und noch ganz liebe Grüße nachträglich zu ihrem 19. Geburtstag wünscht Alena ihrer Schwester Lisa.

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Erfolgreicher Wechsel

Am Sonntag verließen wir morgens die „gemütliche“ Jugendherberge und machten uns zunächst auf den Weg zum Hassanturm in Rabat. Dort haben wir uns alles genau angesehen, vor allem die Aussicht, die man von dort aus hatte, war unbeschreiblich. Zum Hassanturm gehört nicht nur ein Turm sondern auch ein riesiger Platz mit Gebäuden und Säulen, wo die Gräber von Vater und Großvater des jetzigen Königs untergebracht sind (Hassan II. bzw Mohamed V.). Unser nächstes Ziel war das Büro und Radiostudio von ARD-Korrespondenten Marc Dugge, ebenfalls in Rabat. Er empfing uns mit feinstem marokkanischem Gebäck, leckerem Minztee und weiteren Getränken. Marc erzählte uns einiges aus seinem Leben und über seinen Beruf. Er berichtet für die ARD (Rundfunk und Fernsehen) aus Westafrika seit mehr als zwei Jahren. Anschliessend führte er uns (mit unseren vollen Mägen) durch seine Räume und interviewte uns zuletzt noch in seinem Aufnahmestudio. Er war sehr neugierig und wollte ganz genau erfahren, wie unsere ersten Eindrücke von Marokko waren. Fast jeder war einmal dran. Am Ende bedankten wir uns herzlich bei Herrn Dugge und machten uns weiter auf den Weg nach Fès in unser 3-Sterne-Hotel, das unsere Hoffnungen weit übertraf. Wir waren überwältigt und konnten es kaum erwarten, uns weiter umzusehen. Dies war unsere erste ruhige Nacht in Marokko.

Laura und Xenia

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar

Endlich da…….

Unser Bus wartet auf uns und die Reise geht weiter zur der zweitgrößten Moschee der Welt (Hassan II.). War wohl nichts mit schlafen.

Bei Ankunft an der Moschee, staunten wir über die Größe und den tollen Ausblick zum Meer. Die Polizisten standen schon bereit, um ein Auge auf uns zu haben, damit wir unsere Führung in Ruhe durchführen konnten. Kopftücher an, Schuhe aus und los geht es.

Mit großem Staunen hörten wir der Führerin zu, wie sie uns die Moschee vorstellte. Beeindruckend war der Boden aus reinem Marmorstein und die Decke war mit Hand gemachten Mustern, aus Zedernholz geschnitzt und zur besseren Ventilation zu öffnen. Das Minarett ist 200 Meter hoch und der Innenraum der Moschee ist 60 Meter hoch und 200 m lang. In der Moschee und auf dem Vorplatz können an Hohen Feiertagen bis zu 80 Tausend Menschen dem Vortrag zuhören. Danach waren wir in dem Raum wo die Gebetswaschung gemacht wird. Ein Türkisches Bad (Hamam) unter der Mosche gehört ebenfalls zur Anlage, nach Frauen und Männern getrennt. Nach der Führung hatten wir die Chance, uns alles noch mal in Ruhe anzuschauen. Fotos zu machen und dann sind wir endlich ins Hotel gefahren….

Da erwartete uns eine neue Herausforderung. Wir wurden herzlich begrüßt und sehr freundlich bewirtet. Nach dem wir uns auf die Zimmer verteilt hatten, waren wir über die Größe überrascht, es war klein und unangenehm, immerhin hatten wir eine Terrasse, die Ausblick zu einem Fußballstadion hatte. Die Ausstattung und der Zustand des Jugendhotels sind nicht mit Deutschland zu vergleichen. Das Essen war gut, wenn auch nicht immer sehr warm, dennoch ist es kein Problem für die Marokkaner. Am nächsten Morgen, nach dem typisch marokkanischem Frühstück aus Olivenöl und Brot (Zugeständnis: Aprikosenmarmelade) starteten wir mit unserem Bus bei sonnigen Wetter nach Rabat….

Von: Ilham und Betül

Veröffentlicht unter Allgemein, Studienfahrt Marokko | Hinterlasse einen Kommentar